Rollercoaster - Kostenloses Bild auf Pixabay

Meine Gefühle fahren Achterbahn…

So lässt sich im Moment meine Gemütslage am besten beschreiben. Warum ist das so…? Nun, dazu muss ich nun etwas ausholen.

Ich bin ja nun seit mehr als 23 Jahren mit meiner Frau verheiratet. Mit Höhen und Tiefen, mir Freude und Streit. Auch Sex. Am Anfang war der Sex auch klasse. Sie war Neuem gegenüber aufgeschlossen und hatte auch einige Ideen, die wir im Bett umgesetzt hatten. Mit der Zeit jedoch hat sich dann aber so eine Art „Monotonie“ eingeschlichen. Der Sex wurde immer einfacher und öder. Nichts Neues mehr, immer nur dasselbe. Dann wurde meine Frau an der Schilddrüse operiert und muss seitdem Tabletten nehmen. Das war dann der „Todesstoß“ für unser Sexleben.

Schon seit Jahren kaum noch Sex gehabt…

Wir hatten ja schon seit Jahren keinen richtigen Sex mehr gehabt. Sie hat einfach keine Lust auf Sex. Wenn ich frage, blockt sie sofort ab. Und wenn ich frage, warum sie denn kein Sex haben möchte, kommt nur ein: „Ich weiß es nicht“. Dass das frustrierend ist, brauche ich ja nicht zu erwähnen, oder? Anfangs hatten wir dieses Phänomen auf die Schilddrüsen OP geschoben, weil bei einigen Medikamenten als Nebenwirkung „Sexuelle Unlust“ angegeben ist. Wahrscheinlich was das auch ein Teil von der sexuellen Unlust meiner Frau. Aber wahrscheinlich auch nur ein kleiner Teil von vielen weiteren.

Nun ja, nach langem hin und her, habe ich dann mal einen Artikel über die sexuelle Unlust in langen Beziehungen gelesen. Da wurde genau das angesprochen, was uns widerfahren ist. Meine Frau hätte schon Lust auf Sex, aber dann wieder rum, keine wenn ich sie darauf anspreche, mal mit mir Sex zu haben. Also kam meistens ein „Nein“ von Ihr auf meine Frage, was ich dann als Ablehnung verstanden habe, sie es aber so nicht gemeint hatte. Ich habe dann immer weniger gefragt und von Ihr kam schließlich so gar keine Zeichen mehr für sexuelle Lust. Ein Teufelskreis ist entstanden.

“Ich weiß, warum Du keinen Sex mehr haben möchtest …”

Jetzt vor wenigen Tagen habe ich Sie dann mal angesprochen, dass ich nun wüsste, warum Sie keinen Sex mehr haben möchte. Es geht eigentlich gar nicht darum, dass sie gar keine Lust mehr auf Sex hat, sondern es ist der Weg zum Höhepunkt, sprich der Orgasmus, auf den sie keine Lust hat. Dieser ist ihr mit der Zeit einfach zu beschwerlich geworden. Früher kam die Lust in Ihr sehr schnell hoch und sie wurde dementsprechend schnell sexuell erregt. Wir beide hatten dann zusammen Sex gehabt und haben den gemeinsamen Weg bis zum Höhepunkt sehr genossen. Den Orgasmus sowieso. Aber mit der Zeit wurde der Weg zum eigentlichen Orgasmus für sie immer beschwerlicher. Es dauerte immer länger, bis sie so weit erregt war, dass es bis zum Orgasmus gereicht hatte. Und das ist der Knackpunkt an der Sache. Hinterher bleibt zwar das Gefühl, das der Orgasmus an sich schön war, aber der Weg bis dahin zu lange und zu beschwerlich war, das es im ganzen doch keinen richtigen Spaß mehr gemacht hat. Und das hat sich dann mit der Zeit im Unterbewusstsein so gefestigt, dass sie automatisch keine Lust mehr hatte, als ich sie gefragt hatte, ob sie nicht mit mir Sex haben wollte.

Nun, zumindest wissen wir beide endlich was los ist und warum diese Sexuelle Unlust aufgekommen ist. Die menschliche Psyche ist schon recht seltsam…

“Du darfst Dir eine Sex-Freundin suchen…”

Während eines Gespräches hatte Sie mir plötzlich einen Vorschlag unterbreitet … Da sie es nicht weiter ertragen kann, dass ich so sexuell frustriert bin und ich von nicht den Sex bekomme, den ich gerne haben möchte, dürfte ich es mir dann woanders holen. Sie meinte damit, ich dürfte eine Beziehung neben unserer Beziehung haben, in der ich dann den Sex haben kann, denn ich brauche und möchte. Das hat mich dann erst einmal umgehauen. Auf die Frage, wie sie darauf kommen würde, antwortete Sie nur: „Weil ich Dich so sehr liebe und ich Dich glücklich sehen möchte.“

Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Zum einen fand ich das ganz toll von Ihr zum anderen kam auch Angst in mir auf. Kurz gesagt, meine Gefühle fingen an, Achterbahn zu fahren. Ich konnte nicht mehr richtig klar denken und musste erst einmal eine Pause einlegen und einen Kaffee trinken. Später haben wir dann noch mal in Ruhe über dieses Thema gesprochen gehabt. Sie meinte, dass eine Bekannte / Freundin von Ihr dasselbe durchmacht. Sie hat einen Freund neben ihren Mann, mit dem sie regelmäßig Sex hat. Und alle wissen von den anderen. Also eine Klassische Dreieck- oder eine „Freundschaft Plus“ Beziehung. Meine Frau meinte, dass es mit uns so auch funktionieren könnte. Ich bleibe ihr Mann und sie meine Frau und ich bekomme dann den Sex, den ich mir immer gewünscht habe und ich ihn so von meiner Frau nicht bekommen könnte. Als Bedingungen hat sie nur gemeint, dass ich meine neue „Sex-Freundin“ meiner Frau vorstellen müsste, damit sie auch weiß, mit wem ich es mache und dass ich keine Krankheiten mit nach Hause bringen sollte. Ansonsten hätte sie nichts dagegen, das ich mir meine sexuelle Befriedigung woanders hole. Sie hätte sogar nichts dagegen, wenn ich unsere Spielsachen mit meiner Sex-Freundin teilen würde.

Was soll ich nur machen …?

Wie schon gesagt, auf der einen Seite habe ich mich gefreut, dass meine Frau so lieb ist und mir die Gelegenheit gibt, meine sexuellen Bedürfnisse woanders zu holen, aber auf der anderen Seite weiß ich nicht, ob ich das wirklich machen soll … Ich liebe schließlich meine Frau und am liebsten hätte ich Sex nur mit Ihr. Selbst wenn ich mich selbst befriedige, denke ich nur an sie und dann geht das meistens auch recht schnell bis zum Orgasmus. Selbst wenn ich nur meine Frau nackt sehe, regt sich schon was in mir und ich bekomme eine Erektion. Natürlich habe ich dann auch Angst, was daraus werden kann, … was ist, wenn einer plötzlich nicht mehr mitmachen möchte oder Gefühle entstehen, die besser nicht entstehen sollten …?
Meine Frau meinte nur, dass ich bzw. wir es einfach versuchen sollten. Das Einzige, worauf Sie besteht, ist, dass ich Ihr weiterhin einen Orgasmus mit meinen Fingern bzw. Händen mache soll …! Das wäre die Bedingung.

Dazu muss ich was erklären … Irgendwann ist mir aufgefallen, dass meine Frau durch eine reine Stimulation der Vagina nicht oder nur sehr schwer zum Orgasmus kommen kann. Sie spürt es, wenn ich in ihr drinnen bin und sie mag dieses Gefühl auch sehr gerne, aber es reicht nicht aus, um zum Orgasmus zu kommen. Deswegen dauert der Sex bei Ihr bzw. mit Ihr auch immer so lange … Ich habe sie früher immer wieder mal mit meinen Fingern allein durch das Streicheln Ihrer Klitoris zum Orgasmus gebracht. Und nicht nur zum Orgasmus, sondern zum “Orgasmus …”, wenn Ihr versteht, was ich meine … (grins). Wir haben dann auch begonnen, uns gegenseitig mit den Händen zu befriedigen. Also kein „Ich dringe in Dich ein”, sondern „Ich streichle Deine Muschi (Klitoris), während Du meinen Penis massierst“ – Sex. Und was soll ich sagen, … der Orgasmus, den ich dabei habe, ist auch viel besser, schöner, intensiver und vor allem heftiger, als wenn wir „normalen“ Sex haben. Auch bei meiner Frau ist der Orgasmus um einiges heftiger und dauert auch länger, als wenn wir konventionalen Sex haben.

Es hat “Klick” gemacht …

Da hat es dann bei mir „Klick“ gemacht und ich habe sie gefragt, wie sie sich denn den „perfekten“ Sex vorstellen könnte. Und sie meinte darauf nur: „Nun, mich einfach mit den Fingern befriedigen…“ und lächelte mich dabei an.

Also kein eindringen mit meinem Penis in ihrer Vagina und solange “rein und raus”, bis man kommt, sondern einfaches streicheln ihrer Vagina, den Schamlippen und Ihrer Klitoris. Sie meinte, dass der Orgasmus, den sie dabei bekommt, einfach der Hammer ist … unbeschreiblich schön und heftig. Und wenn wir dabei noch schön kuscheln, ist das Ihr persönlicher „Himmel auf Erden“. Das ist doch mal eine Aussage, oder?

Aneinander vorbei geredet …

Sie hat immer gedacht, wenn ich von Sex gesprochen habe, dass ich am liebsten in ihr eindringen würde, um dann gemeinsam zum Höhepunkt zu kommen. Und das ist nun mal der Sex, der sie nicht zu 100% befriedigt und den sie eigentlich auch nicht mehr möchte.

Ich habe Ihr dann gebeichtet, dass der Orgasmus von Ihr mit Ihrer Hand für mich auch unbeschreiblich schön ist und sich für mich ebenfalls besser als beim „normalen“ Sex anfühlt. Daraufhin fing sie beinahe an zu weinen vor Freude und hat mich ganz feste gedrückt.

Ich habe dann vorgeschlagen, dass wir die Idee mit der „Sex-Freundin“ erst einmal auf Eis legen und ich es sehr gerne mit ihr gemeinsam versuchen möchte, wieder Sex zu haben. Zwar nicht auf die Althergebrachte weise, sondern das ich Sie mit meinen Händen und Fingern verwöhne, so wie sie es am liebsten mag bzw. hätte. Da war es dann ganz um sie geschehen und wir haben beide vor Freude miteinander geweint.

Wir nennen es nun nicht mehr „Sex“, sondern „Kuschel-Sex“. Das bedeutet für uns nun, dass wir gemeinsam kuscheln und uns dabei gegenseitig masturbieren bzw. uns mit den Händen gegenseitig zum Höhepunkt bringen werden.

Happy End…

Wir beide waren lange nicht mehr so glücklich gewesen wie an diesem Tag. Endlich haben wir das Problem für die sexuelle Unlust gefunden und können diese nun endlich abstellen und in Zukunft wieder gemeinsam schönen, befriedigenden und erfüllenden Sex haben.

Ich habe mich an diesem Tag wieder frisch in meine Frau verliebt und liebe sie seither noch etwas mehr als vorher …

1 gefällt dieser Beitrag bereits.

Aufrufe: 55

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.