Sehnsucht nach „Fesseln“…
Sehnsucht nach „Fesseln“ …

Ich habe ja mal angefangen, unsere Fesselsachen und Sexspielzeuge aufzuräumen. Nicht weil meine Frau ja nicht mehr da ist und ich sie nicht mehr brauchen würde, sondern weil ich das eh schon lange vorhatte, es aber immer wieder vor mir hergeschoben habe. Da ich nun Ablenkung brauche, habe ich nun mal langsam damit angefangen.
Es hat sich viel angesammelt mit der Zeit. Man glaubt gar nicht, was man mit der Zeit alles so sammelt und gar nicht benutzt hat.
Erinnerungen …
Als ich so unsere Fesseln sortiert habe, sind mir auch all die schönen Erinnerungen wieder in den Kopf gekommen. Die Erinnerungen, wie ich von meiner Frau gefesselt wurde und wie ich sie gefesselt habe. Es sind wunderschöne Erinnerungen, die ich nie missen werde. Aber es sind auch wieder Sehnsüchte und Gefühle in mir hochgekommen. Gefühle, wenn man gefesselt ist und sich mal so richtig fallen lassen kann, seinem Partner sich so völlig hinzugeben und mal die Kontrolle abzugeben. Dabei zu spüren, wie sehr man von seinem Partner begehrt, und geliebt wird.
Ich möchte auch mal wieder all diese schönen Dinge verwenden, um auch mal wieder selbst gefesselt zu werden. Wie sehr vermisse ich das Gefühl, gefesselt zu sein.
Natürlich kommt da aber auch der Gedanke, ob man das überhaupt schon darf … diese Gefühle zuzulassen, obwohl es noch nicht so lange her ist, dass meine Frau gegangen ist. Auf der anderen Seite: Meine Frau wollte immer, dass ich glücklich bin. Sie hatte mir ja noch zu Lebzeiten gesagt, dass ich mir eine Sexfreundin suchen darf, damit ich den Sex bekommen kann, den ich brauche. Sie konnte mir ja den Sex nicht so bieten. Mittlerweile weiß ich ja auch, warum sie es nicht mehr konnte …
Ich habe mich sehr darüber gefreut und es war für mich ein Zeichen, wie sehr mich meine Frau liebte und mich immer noch liebt. Ich weiß, dass sie noch da ist und auf mich aufpasst. Und ich kann spüren, wie unglücklich sie ist, weil ich es im Moment bin. Das möchte ich aber nicht. Ich möchte, dass meine Frau glücklich ist, da, wo sie jetzt ist. Und das setzt nun mal voraus, dass ich auch mal wieder glücklich werde.
Chaos im Kopf …
Ja, ich weiß. Ich wiederhole mich. Es ist nun mal nicht so einfach, wenn bei einem im Kopf so’n Gefühlschaos herrscht. Wahrscheinlich verstehen es nur diejenigen, die selber in einer solchen Situation sind. Das ist dann auch das, was mich im Moment etwas nervt. Es sind diejenigen, die selber in einer glücklichen Beziehung sind und selber eine Familie haben und nicht verstehen, was in einem vorgeht. Ich bin nun mal nicht gerne alleine und mir fehlt nun mal das Zwischenmenschliche. Die Nähe zu einer anderen Person, das Gefühl einer Umarmung, das Gefühl von nackter Haut und halt der Sex.
Ich habe mich endlich dazu entschlossen, das Angebot von meiner Frau anzunehmen und nach einer Sexfreundin zu schauen. Eine „Freundschaft +“ sozusagen. Natürlich heißt es dann gleich: „Wie kann man denn jetzt schon nach einer neuen Freundin suchen? Ist das nicht viel zu früh…?“
Die Zeit …
Wenn ich mir aber Zeit lasse, heißt es dann hinterher: „Wäre es nicht mal wieder Zeit, nach einer neuen Beziehung zu schauen? Du bist ja schon so lange alleine.“
Egal, was man macht, irgendjemand hat immer etwas zu melden. Aber mal ganz ehrlich: Sollen die anderen doch denken, was sie wollen. Es ist mein Leben und ich möchte es so gestalten, wie es mir gefällt und nicht den anderen. Ich möchte nicht, dass mal auf meinem Grabstein steht: „Sein Leben hat allen gefallen, nur ihm selber nicht!“
Freundschaft + …
Ich möchte auch keinen Ersatz für meine Frau. Niemand kann meine Frau ersetzen. Das möchte ich auch nicht. Ich liebe meine Frau noch immer und werde es bis zum Schluss tun. Aber ich möchte auch mal wieder die Nähe einer Frau spüren, gefesselt werden und mal wieder richtig, schönen und erfüllten Sex haben. Ich bin nun mal ein Mensch und habe auch nun mal Bedürfnisse. Wenn es jemandem nicht passen sollte, nicht mein Problem. Jeder hat das Recht, jederzeit wieder zu gehen. Wie schnell doch so ein Leben vorbei sein kann und damit auch seine Wünsche und Träume verschwinden, habe ich ja leider am eigenen Leib erfahren. Und wie ich schon sagte, meine Frau möchte, dass ich (wieder) glücklich werde. Auch wenn ich nie wieder so glücklich sein werde wie mit ihr, weiß ich, dass sie immer an meiner Seite sein wird, und das gibt mir die Kraft, weiterzumachen.
Weiter aufräumen …
Ich werde erst einmal weiter unsere Fesseln und Sexspielzeuge aufräumen und mal aussortieren.
Was noch gut (neuwertig) ist, werde ich wohl verkaufen, damit noch andere Spaß damit haben können. Alles andere wird dann entsorgt. Ich hege nun die Hoffnung, dass ich dann mal wieder einen richtigen Überblick über all die Sachen bekomme und auch endlich mal wieder etwas Platz im Schlafzimmer. *Lach*
Wenn jemand Lust hat, mich beim Aufräumen zu unterstützen, kann er sich gerne bei mir melden. Ich würde mich freuen.
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