Sicherheit bei der Atemkontrolle

Die “Atemkontrolle” ist ein sehr beliebtes Spiel beim BDSM.
Aber auch hier gibt es einiges bei der Sicherheit beim Umgang mit Atem-, Narkose- und Gasmasken zu beachten…

Ich liebe ja Masken. Egal ob es sich dabei um Augen, Kopf oder Beatmungsmasken handeln. Am liebsten sind mir die Masken aus Leder.

Für mich ist es absolut erregend eine Maske zu tragen und dabei zu masturbieren oder masturbiert zu werden. Ein geiles Gefühl. Gerade der Widerstand beim Atmen und die Reduzierung der Atemluft, löst bei mir ein Sexuelles Glücksgefühl aus. Ich denke, dass es so auch vielen gehen wird, oder?
Selbstverständlich gibt es aber auch hie rein paar Risiken und Gefahren auf die man achten sollte. Gerade bei Spielen die das Atmen verhindern, oder zumindest einschränken sollen, sollte man etwas Sorgfalt walten lassen. Ich möchte mich nun nicht als Moralapostel aufspielen und auch keine ultimativen Warnhinweise veröffentlichen. Ich möchte nur auf ein paar Risiken hinweisen, die man so nur sehr schwer und (leider) auch sehr selten im Netz findet.

Das größte Risiko bei Atemkontrollspielen ist ja der Sauerstoffmangel. Gerade diesen brauchen wir aber um zu funktionieren und um klar denken zu können. Da liegt auch schon eine gewisse Gefahr. Durch eine eingeschränkte Atmung bekommen der Körper und das Gehirn irgendwann zu wenig Sauerstoff. Es reicht noch aus um zu Leben, aber im Gehirn beginnen dann ein paar chemische Prozesse abzulaufen, die einem wie eine Art Rauschzustand vorkommen. Wenn man es nicht übertreibt und sich hinterher an der frischen Luft erholt und ein paar Mal tief durchatmet, sollte sich alles wieder auf „Normal“ zurückstellen. Leider kann man aber von diesem Rauschzustand manchmal nicht genug bekommen bzw. die Hemmungen fallen und man möchte mehr. Letztendlich gehen alle Vorsichtsmaßnahmen über Board und man begibt sich in Gefahr. Irgendwann, wenn der Körper zu wenig Sauerstoff bekommt (der CO2-Anteil im Blut stark zunimmt), kann es sehr schnell zu einer Ohnmacht kommen. Wenn da dann der Partner nicht schnell genug reagiert und erste Hilfe leistet, kann es zu schweren Verletzungen bzw. Schädigungen kommen. Gerade bei Autoerotischen spielen kommt es immer wieder zu schlimmen bis gar tödlichen Unfällen. Viele setzen sich irgendwelche Masken auf und fesseln sich dazu noch selbst. Dann, wenn sie merken das es ihnen nicht gut geht, kommen sie nicht schnell genug aus den Fesseln raus und… Nun ja, wie es ausgehen kann, kann sich bestimmt jeder selber vorstellen, oder?

Was ich auch immer wieder sehe, sind Masken mit sehr langen Atemschläuchen und / oder sogar angeschlossenen Atembeuteln. Viele finden das hoch Erotisch und einfach nur Geil. Klar, ich finde das auch Geil, aber es gibt da ein paar versteckte Risiken, auf die niemand wirklich aufmerksam macht. Warum ist es denn nun gefährlich, oder warum kann es gefährlich werden, wenn man an seiner Maske einen langen Atemschlauch befestigt? Der Grund ist ganz einfach. Im Schlauch befindet sich ein sogenannter „Totraum“. Eigentlich kommt der Begriff aus der Medizin und bezeichnet den Mund-Rachenraum. Dieser Raum bekommt man nicht zu 100% Luftleer. Es befindet sich immer etwas Restluft in diesem Bereich. In dem Schlauch bildet sich auch ein solcher Bereich. Dieser Bereich wird nun mit der Zeit immer mehr mit CO2 angereichert, weil man durch seine normale Atmung es nicht schafft einen kompletten Gasaustausch inner halb des Schlauches hinzubekommen. Kurz gesagt, man atmet mit der Zeit seinen eigenen Atem zurück. Der restliche Sauerstoff ist dann irgendwann aufgebraucht und man atmet dann nur noch “reines” CO2 ein.

Auf der folgenden Zeichnung habe ich mal versucht, diesen Vorgang darzustellen:

Totraum bei einem Beatmungsschlauch

Wenn der Schlauch bis zu 30 cm lang ist, findet noch ein (fast) kompletter Gasaustausch statt. Das CO2 wird abgeatmet und frischer Sauerstoff wird wieder eingeatmet. Ist der Schlauch aber länger als 30 cm, kommt es nicht mehr zu einem austausch der Luft und die verbleibende Luft im Schlauch wird immer mehr mit CO2 angereichert. 

Aus diesem, und noch weiteren Gründen, sind zum Beispiel die Schnorchel der Tauchermasken nur 30 cm lang. Man soll auch auf gar keinen Fall diesen verlängern, nur damit man tiefer tauchen kann. Ein Grund dafür ist ebenfalls die Rückatmung des eigenen Atems. Das gleiche gilt natürlich auch für diese Atembeutel mit denen man ja gezielt die Rückatmung erreichen möchte. Wenn man Schläuche verwendet mit einer Gesamtlänge von bis zu 30 cm (wie z.B. sog. „Gänsegurgeln“) ist man eigentlich auf der sicheren Seite. Wenn man aber Schläuche verwenden möchte die Länger als 30 cm sind, sollte man zumindest darauf achten das man immer etwas Frischluft dazubekommt. Einen komplett ausgestatteten Beatmungsapparat werden wohl die wenigsten ihr eigen nennen können. So muss man halt anders darauf achten genug Frischluft zu bekommen.

Selbstverständlich möchte ich nun diese Praktiken nicht an den Pranger stellen, ich möchte nur auf die Gefahren hinweisen und das man etwas mehr auf die eigene Sicherheit achten sollte. Wenn man nämlich übertreibt und alle Sicherheitshinweise in den Wind schlägt, ist man schneller als man denkt ein Hauptdarsteller in der Serie „1000 Wege ins Gras zu beißen“.

Es gibt da verschiedene Möglichkeiten das Risiko zu minimieren, wie z.B. eine Manuelle oder automatische Luftpumpe, ein manuell betriebener Beatmungsbeutel (aus der Notfallmedizin) oder die Verwendung von Ventilen. Bei der Verwendung von Gasmasken sollte man eh auf der sicheren Seite sein, wenn diese nicht irgendwie modifiziert oder umgebaut wurden. Bei Handelsüblichen Gasmasken sind mindestens zwei Ventile vorhanden. Das eine ist für das Einatmen zuständig und das andere für das Ausatmen. Somit bekommt man über den Schlauch (oder über das Einatmungsventil) frische Luft und die Ausatemluft wird dann über das andere Ventil in die Umwelt rausgelassen:

Bei der Verwendung von Gasmasken, die nicht umgebaut oder modifiziert wurden, atmet man immer frische Luft durch den Schlauch ein. Die verbrauchte Atemluft wird dann über ein weiteres Ventil in die Umwelt abgelassen.

Wenn man nun lieber Narkosemasken verwenden möchte, sollte man ein Ventil dazwischen schalten. Somit bekommt man auch „frische“ Luft durch den Schlauch und die verbrauchte wird dann über das Auslassventil abgelassen:

Bei den Atembeuteln (ich meine damit nicht die Beatmungsbeutel aus der Notfallmedizin!) sollte man generell etwas vorsichtig sein, da diese meistens komplett geschlossen sind und man in kürzester Zeit seinen eigenen Atem zurückatmet. Viele finden das hocherotisch und unheimlich erregend, aber wenn man es übertreibt hat das schon nichts mehr mit Erotik zu tun, sondern ist schon sehr nahe an der Grenze zur „Dummheit“.

Wie bereits erwähnt, möchte ich die Praktiken der „Atemkontrolle“ nicht verteufeln oder schlecht machen. Ich mag diese Spielart der Lust ja selber sehr gerne. Wenn man etwas aufpasst und sich vorher Gedanken macht und noch einen Partner hat dem man zu 100% vertrauen kann, kann sich einfach zurücklehnen und das Gefühl der Maske auf dem Gesicht genießen und sich ganz der Lust hingeben.

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